Heute wachsen Kinder und Jugendliche in einer globalisierten Welt auf. Da ist es natürlich längst Normalität geworden, dass TeilnehmerInnen mit Migrationshintergrund unseren Projektalltag multikulturell bereichern. Einige von ihnen haben mit ihren Familien ihre Heimat verloren, sind beispielsweise vor dem Krieg aus Syrien oder Afghanistan geflüchtet.

Während die meisten Menschen in unserer Region in keine Glaubensrichtung hineingeboren und atheistisch erzogen werden, bietet sich im Projekt die unmittelbare Gelegenheit des interkulturellen Lernens. Es ist auch ein Ort der Begegnung, an dem die Möglichkeit besteht, familiäre und religiöse Wurzeln sowie unterschiedliche Interessen und Traditionen grundlegend miteinander zu besprechen.

Neben mehreren Gesprächen haben wir zum Beispiel bereits gemeinsam arabisch gekocht. Da viele Fragen zur Religion des Islams doch recht detailliert von uns waren, schlug unsere Teilnehmerin Diana vor, den Kontakt zum Imam ihrer muslimischen Gemeinde aufzunehmen und einen Besichtigungstermin der Magdeburger Moschee anzufragen.

Gesagt, getan … am 23.05.2022 war es dann schließlich soweit und uns öffneten sich die Türen zur Al-Rahman-Moschee. Das Gemeindezentrum des Islamische Gemeinde Magdeburg e.V. befindet sich seit Juni 2016 in einem ehemaligen Heizhaus ganz zentral in der Innenstadt (Max-Otten-Straße 10a). Aus Respekt vor dem Brauchtum betraten wir ohne Schuhe sowie die Frauen mit Kopftuch den Gebetsbereich. Der Imam Moawia Al-Hamid ließ sich kurzfristig entschuldigen, sodass seine Tochter uns die Räumlichkeiten vorstellte und bestmöglich versuchte, unsere Fragen zu beantworten und uns ihre Religion aus erster Hand näher zu bringen. Sie erklärte auch, dass die Moschee als offenes Haus der Verständigung geführt wird. Der Dialog mit allen Magdeburgern, ob Skeptiker oder Interessierte und Neugierige, ist daher ausdrücklich erwünscht. Denn sich Wissen über „die Anderen“ anzueignen trägt ebenso dazu bei, sich sowohl der eigenen kulturellen Identität bewusst zu werden als auch Gemeinsamkeiten zu entdecken.

Sinnentsprechend der Übersetzung des Wortes „Islam“ als „Frieden machen“ setzt sich der Imam in und außerhalb seiner Gemeinde entschieden für die Integration und ein friedvolles Miteinander ein.

 

   

   

   

 

Wir bedanken uns recht herzlich für diese unkomplizierte und offene Möglichkeit des Dialogs verbunden mit dem interessanten Moscheebesuch!