Die Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland ist vielfältig und reicht bis ins Jahr 321 zurück. Auch auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt ist jüdisches Leben seit über 1.000 Jahren nachweisbar. Anlässlich des Jubiläums „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ und im Nachgang der Januar-Aktion "Eine Stadt für alle" nahmen wir am Aktionstag „Schule zeigt Courage – Schule ohne Rassismus“ am 14. Mai 2022 auf dem Alten Markt in Magdeburg teil.

In Workshops informierten sich die Teilnehmenden vorab über die Judenverfolgung und setzten sich mit dem Thema auseinander. Mit Unterstützung der Sozialpädagoginnen erarbeiteten die Jugendlichen eine Präsentation über das Magdeburger Frauen-KZ der Polte-Werke OHG auf der Grundlage des Zeitzeugenberichtes der Überlebenden Christine Wagner. Das Frauenaußenlager war von Juni bis August 1944 dem KZ Ravensbrück und anschließend bis zur Auflösung Mitte April 1945 dem KZ Buchenwald zugeordnet. Das Barackenlager wurde in der heutigen Liebknechtstraße genau gegenüber vom Hauptwerk der Polte-Werke OHG errichtet.

Ursprünglich als Metallgießerei und Armaturenfabrik gegründet, entwickelte sich das Unternehmen unter dem ab 1885 neuen Eigentümer Eugen Polte zu einer weltweit bedeutenden Munitionsfabrik. Die KZ-Häftlinge wurden ohne Einhaltung von Schutzmaßnahmen in den einzelnen Bereichen der Munitionsproduktion sowie in der Werkkantine und Lagerküche zur Arbeit gezwungen.

Das Eingangstor zum Werk – die heutige Gedenkstätte – gestalteten die Teilnehmenden auf mehreren A1-Plakaten. Christine Wagner`s Beschreibung der Misshandlungen, Erniedrigungen und Tötungen durch die Nazis im Lager verschriftlichten sie auf Plakatpapier.

Am Aktionstag präsentierten einige Jugendliche ihre Recherchearbeit und das Projekt STABIL. Außerdem hatten die Besucher die Möglichkeit, das Johanniter-Popcorn und Artikel aus eigener Herstellung der Werkstätten Dekorativ & Gesund und Holz & Farbe gegen eine Spende zu erwerben. Die Kinderschmink-Aktion begeisterte sowohl die jungen als auch älteren Besucher. Der Erlös wurde den in der Ukraine lebenden NS-Kriegsopfern gespendet.

 

Wir erlebten einen gelungenen Tag mit viel positiver Resonanz von Besuchern und dem Veranstalter.