Mit dem ersten Schultag beginnt für jeden von uns im Kindesalter ein prägender Lebensabschnitt. Für die einen gestaltet sich der Schulbesuch spannend, positiv und voller neuer Möglichkeiten, für die anderen ist er lästige Pflicht, anstrengend, nervig und von Misserfolgen geprägt. Aber Hand aufs Herz, wie würden wir unseren Alltag bestreiten bzw. welchen Stand hätten wir heute, wenn es das Bildungssystem nicht gäbe? Viele Debatten drehen sich um das starre Schulsystem und wie es den heutigen Bedingungen am besten angepasst werden sollte.

Da der Großteil unserer Projektteilnehmer die Schulzeit eher als einen schwierigen Lebensabschnitt kennengelernt hat, haben wir uns am 30.10.2019 im Kulturhistorischen Museum auf einen spannenden Perspektivwechsel eingelassen.

In den Räumlichkeiten der Dauerausstellung „Schulgeschichte“ werden 500 Jahre Schulbildung in Magdeburg präsentiert. Der umfangreiche Bestand an historischem Schulmobiliar sowie an Lehr- und Lernmittelsammlungen (unter anderem aus der DDR-Zeit) ermöglicht den Besuchern, sich einzufühlen und in die Vergangenheit zurückzuversetzen.

 

 

 

Bei unserer Führung erhielten wir durch die informativen Schautafeln zur älteren Schulgeschichte und den Erklärungen zu ausgewählten Exponaten aus dem 19. bis frühen 20. Jahrhundert erste anschauliche Eindrücke. Richtig drin im Geschehen waren wir dann bei einer Schulstunde im historischen Klassenzimmer. Enge und unbequeme Holzbänke, das zeitlich abgestimmte Hervorholen der Schiefertafeln in vier Schritten, absolute Ordnung und Sauberkeit, kein Schwatzen mit dem Tischnachbarn, grundsätzlicher Gehorsam dem Lehrer gegenüber sowie Stockschläge bei Ungehorsam – die strengen Sitz- und Verhaltensregeln waren im Vergleich zur heuteigen Zeit doch sehr gewöhnungsbedürftig.

 

Abgerundet wurde die historische Schulstunde mit Schreibübungen in der ab 1911 gelehrten Sütterlinschrift. Den eigenen Namen aus fremd aussehenden Buchstaben mit Federkiel und Tinte aus dem Fass zu schreiben, war eine ganz schöne Herausforderung. Aber Spaß hat sie gemacht…

 

 

Dieser Museumsbesuch ermöglichte uns einen gelungenen Perspektivwechsel, der die Errungenschaft der Schulpflicht positiv hervorhebt!